Halos nach dem Augenlasern

Wie bei jeder Operation, können auch bei Eingriffen der refraktiven Chirurgie wie LASIK, Femto-LASIK, epi-Lasik, iLASIK, LASEK oder PRK Komplikationen und unerwünschte Folgeerscheinungen nicht komplett ausgeschlossen werden. Zu den relativ häufig auftretenden visuellen Beeinträchtigungen nach einer Augelaserbehandlung gehören die Halos.

Von sogenannten Halos spricht der Augenarzt, wenn um die vom Auge wahrgenommenen Gegenstände herum diffuse Lichterscheinungen auftreten, bedingt durch Abbildungsfehler bei der Lichtbrechung auf der Netzhaut. Dieses Phänomen tritt vor allem bei Dämmerlicht und in der Nacht in Erscheinung, in einigen schweren Fällen auch tagsüber. Besonders lästig und verkehrsgefährdend können diese Halos beim nächtlichen Autofahren werden: Ampellichter, andere Verkehrsteilnehmer, Häuser, Straßenlaternen und Bäume werden wie diffuse Geistererscheinungen wahrgenommen und in der Entfernung nicht richtig eingeschätzt. Das gelaserte Auge sieht den eigentlichen Gegenstand zwar scharf, aber wie von einem “Heiligenschein” umgeben.

Halos nach einer Augenlaserbehandlung treten verstärkt bei besonders gravierenden Eingriffen an der Hornhaut z.B. bei sehr starker Kurzsichtigkeit auf, die generell einen erhöhten Risikofaktor darstellt. Aber auch Patienten mit weniger Dioptrin sind betroffen: laut einer Studie der ETH Zürich nehmen rund 30 Prozent aller Gelaserten unter Nachtsichtbedingungen Halos wahr. Die Lichthöfe entstehen, weil die Balance zwischen den optischen Daten der Augenlinse und der Hornhaut beim Lasern gestört wurde und nun vom Auge bei der Abbildung auf der Netzhaut - dem eigentlichen Sehen - falsch berechnet wird. Diese Störung kann sowohl nach LASIK- als auch nach LASEK- oder PRK-Eingriffen auftreten, vor allem bei veralteten Systemen mit ungenau rechnender Software.

Die meisten Halos bilden sich in der Regel nach unterschiedlich langer Zeit von selber zurück, Nachbehandlungen oder gegebenenfalls eine Nachkorrektur können nach Angaben von Anbietern der refraktiven Chirurgie sinnvoll sein. Wichtig seien eine ausgereifte Technologie neuesten Standards, ein erfahrener und gut ausgebildeter Operateur sowie ein sorgfältig auf das jeweilige Auge abgestimmter Operationsplan. Vor allem bei sehr starker Kurzsichtigkeit geht die refraktive Chirurgie mehrheitlich davon aus, dass auch bei optimalen Operations-Bedingungen Halos nach einer Augenlaserbehandlung nicht zu vermeiden sind und rät zu Alternativen wie implantierbaren Kontaktlinsen.

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